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17.11.2003
Bundesforschungsministerin in der COMPUTER ZEITUNG
Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn in der COMPUTER ZEITUNG: "Es bestehen Defizite an der Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft" – Innovationsbremse Finanzwirtschaft
Berlin. Neben Fördermitteln braucht es auch privates Risikokapital, um Deutschland beim Kriterium Innovationsfähigkeit wieder in eine Spitzenposition zu hieven. Wenn Deutschland wieder eine Spitzenposition einnehmen soll, muss der Informationsfluss zwischen Forschung und Entwicklung optimiert werden. Zu diesem Resümee ist ein Roundtable-Gespräch der COMPUTER ZEITUNG gekommen.
"In der Industrie fehlt der Blick für die Notwendigkeit der Forschung, und in der Forschung die Abschätzung der wirtschaftlichen Potenziale von Forschungsergebnissen", kritisiert Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn. Hier müsse eine bessere Kommunikation erfolgen. "Aber auch in vielen Unternehmen besteht eine regelrechte Mauer zwischen Forschung und Entwicklung“, wie Herbert Kircher, Chef der IBM Entwicklungs GmbH, feststellt: "Hier haben uns amerikanische Firmen einiges voraus."
Beim Thema Finanzierung von innovativen Ideen kann sich die Finanzwirtschaft des schwarzen Peters sicher sein. Bernhard Rohleder von Bitkom stellt fest: "Wenn sich die Banken an einer Branche die Finger verbrannt haben, dann investieren sie für Jahre nicht in diesen Bereich". Die öffentliche Hand kann nach Ansicht von Ministerin Bulmahn nur bedingt einspringen: "Der Staat kann das nicht allein stemmen. Wir sind in der Lage, die ersten drei bis vier Jahre eine Anschubfinanzierung zu ermöglichen, doch dann braucht ein Start-up in der Regel neues Kapital - das ist die derzeitige Situation in der Biotechnologie."
Edelgard Bulmahn sieht aber Alternativen zum einheimischen Finanzplatz. In Richtung der Banken gibt sie ihre persönliche Meinung zu Ausdruck: "Wenn die deutsche Finanzwirtschaft glaubt, es sich leisten zu können, sich aus diesem Bereich völlig zurückzuziehen, dann wird sie die selben Erfahrungen machen wie Mitte der 90er Jahre: Aus anderen Ländern kamen damals die Finanzdienstleister und machten das Geschäft." In den 90ern wurden, so Bulmahn, lange Debatten geführt, wie sich ein Gründungsboom herbeiführen lässt. Aber aufgewacht sei die deutsche Finanzwirtschaft erst, als amerikanische Kapitalgeber nach Deutschland kamen. "Deshalb hoffe ich auf die Vernunft auf Seiten der Finanzwirtschaft, denn der Finanzmarkt Europa ist sehr interessant. Und es gehört zu einem globalen Ansatz, die Finanzdienstleistungen nicht mehr allein in einem nationalen Kontext abzuwickeln."

Ein Mitschnitt der Diskussion steht im Internet im Audiokanal der COMPUTER ZEITUNG (www.computer-zeitung.de) bereit.
Kontakt: Anke Biester, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Rainer Huttenloher, Chefredakteur COMPUTER ZEITUNG

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