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08.12.2003
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COMPUTER ZEITUNG: Zur Fußball WM 2006 Überwachung via Biometrie?
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IT-Verband Bitkom will bei Fußball-WM 2006 Biometrie zur Überwachung nutzen – In Sachen innerer Sicherheit raten Experten aber zu Realismus: „Maut-Desaster bei Biometrie vermeiden“
Der IT-Branchenverband Bitkom möchte die Fußball-WM 2006 in Deutschland als großes Testfeld für die Biometrie-Technik nutzen. Bitkom-Expertin Sandra Schulz erklärt gegenüber der COMPUTER ZEITUNG, dass in verschiedenen Stadien der Zugang, etwa zu den Sportlerkabinen oder VIP-Bereichen, biometrisch abgesichert und damit die Leistungsfähigkeit der Technik unter Beweis gestellt werden soll. Zudem denkt Bitkom an die kamerabasierte Überwachung von Hooligans.
Gerade in Sachen innerer Sicherheit setzen die Regierungen in Europa und den USA große Hoffnungen auf die Biometrie. So haben sich erst kürzlich die EU-Innen- und Justizminister darauf geeinigt, Gesichtsbild und zwei Fingerabdrücke in Visa und Aufenthaltstitel aufnehmen zu wollen. Doch für eine breit angelegte Nutzung muss die Technik noch nachreifen. „Wir benötigen große Feldversuche, um nachzutunen“, sagt Henning Arendt vom Biotrust-Projekt, „bei großen Menschenmengen fehlt uns einfach noch viel Erfahrung.“
Biometrie-Experte Thomas Petermann vom Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Bundestag (TAB) erwartet einen flächendeckenden Einsatz der Technik „nicht vor 2005, eher 2007, und das dann auch schrittweise“. Er warnt zugleich vor übertriebenen Erwartungen und allzu ehrgeizigen Plänen. Für gewisse Einsatzbereiche, wie dem 1:1-Abgleich an der Grenze, beispielsweise um den Passmissbrauch einzudämmen, sei die Technik gut geeignet, nicht jedoch zum automatisierten Terroristenfang. Die Tücken und Grenzen komplexer Technikanwendungen sollte man nicht leichtfertig ignorieren, so Petermann gegenüber der COMPUTER ZEITUNG: „Da kann man sich leicht mal verheben – wie beim Maut-System.“
Näheres zur COMPUTER ZEITUNG unter http://www.computer-zeitung.de. Kontakt: Anke Biester, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Armin Barnitzke, Stellv. Chefredakteur COMPUTER ZEITUNG
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