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17.02.2004
Wie gefährlich sind Pestizidrückstände in Obst und Gemüse wirklich? natur&kosmos geht den Warnungen und Abwiegelungen der Ernährungswissenschaftler nach.
Paprika, Salat, Erdbeeren und Äpfel – sie alle gehören auf den Speiseplan, weil sie den Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Doch Vorsicht, viele Früchte und Gemüsesorten sind mit Pestizidrückständen belastet, wenn auch meistens unterhalb der Grenzwerte. 80 Prozent des konventionell erzeugten Obstes und Gemüses weisen nach einer Studie des Chemischen- und Veterinär-Untersuchungsamtes Stuttgart Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf. Vor allem Erdbeeren, Paprika und Trauben, aber auch Tomaten und Salat fallen immer wieder negativ auf, besonders wenn sie aus Südeuropa kommen. Die Zeitschrift natur&kosmos geht der Frage nach, wie gefährlich die Giftrückstände wirklich für die Gesundheit sind. Denn genau darüber streiten Mediziner und Ernährungswissenschaftler. Der Toxikologe Hans Rudolf Glatt etwa hält die Pestizidbelastungen, selbst wenn sie die Grenzwerte überschreiten, für irrelevant. Manfred Krauttner, Chemiexperte bei Greenpeace, gibt zwar zu, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Lebensmittelrückstände selten direkt nachweisbar sind. Gleichwohl warnt er vor allem vor sogenannten Pestizid-Cocktails, die hauptsächlich auf Tomaten, Erdbeeren, Paprika und Trauben gefunden worden sind. Teilweise waren es bis zu 16 unterschiedlicher Chemikalien. „Die hormonähnlichen Wechselwirkungen solcher Substanzen sind uns noch nicht bekannt“, sagt auch die Biochemikerin Irene Witte von der Universität Oldenburg. Deshalb sei Vorsicht geboten.
Der Verbraucher kann sich schützen. Konsumenten sollten immer saisonales Obst und Gemüse kaufen, also keine Erdbeeren im Februar und keinen Spargel im Dezember. Vor allem Familien mit Kindern raten Experten auf Bioware umzusteigen. Denn die ist nicht oder kaum mit Giftrückständen belastet. Und nach wie vor gilt: Ziehen Sie heimische Produkte vor.
Kontakt: Anke Biester, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Inge Pröll, Redaktion natur&kosmos

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