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17.02.2004
Vorsicht vor Fehlinvestitionen in die Wasserstofftechnik! Energie- und Umweltexperten warnen in „bild der wissenschaft“ vor verfrühtem Einstieg in die Wasserstoff-Energiewirtschaft.
Wasserstoff ist der hippe Energieträger der Zukunft: verbrennt er, werden Energie und Wasser frei – nichts weiter. In Brennstoffzellen wird er gar zur Stromquelle. Bis 2050 soll nach Plänen von EU-Kommissionspräsident Romano Prodi der Umstieg in das Wasserstoffzeitalter verwirklicht sein. Mit rund 600 Millionen Euro an Fördermitteln unterstützt daher die EU bis 2006 die Brennstoffzellen- und Wasserstoff-Forschung.
Doch Energie- und Umweltexperten warnen in dem Wissenschaftsmagazin „bild der wissenschaft“ vor dieser Fehlinvestition. Steigt der Bedarf an Wasserstoff, so muss dieser, will man ihn klimaverträglich produzieren, mit Hilfe von Strom erst aus Wasser gewonnen werden. Dr. Gerd Eisenbeiß, Vorstandsmitglied des Forschungszentrum Jülich hält das für unsinnig: „Mit Strom Wasserstoff zu erzeugen und aus ihm, etwa in Brennstoffzellen, wieder Strom zu machen, ist reine Wertvernichtung." Auch die Idee von Dr. Johannes Töpler, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Wasserstoff-Verbandes (DWV) in Hamburg, künftig Öko-Strom zur Gewinnung von Wasserstoff einzusetzen, stößt auf Unverständnis: „Der Gedanke tut mir regelrecht weh", sagt Prof. Jürgen Garche, Mitglied des Vorstandes am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Denn bisher wird weltweit noch viel zu wenig Öko-Strom produziert, um ihn für die geplante Wasserstoff-Produktion nutzen zu können. Und die Energiebilanz der Brennstoffzelle sieht noch nicht gut aus. Garche schätzt den Energieverlust vom Öko-Strom über die Wasserstoffherstellung aus Wasser, die Wasserstoffspeicherung, bis hin zur Verstromung des Wasserstoffs in einer Brennstoffzelle auf zirka 65 Prozent und resümiert: „Dann doch lieber die regenerative Elektroenergie gleich ins Stromnetz einspeisen, zumindest für eine Übergangszeit bis 2030 oder 2050."
Kontakt: Anke Biester, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Thorwald Ewe, Redaktion bild der wissenschaft

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