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30.03.2004
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natur+kosmos: Wölfe in Deutschland – Rückkehr der Ausgerotteten
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Es gibt wieder Wölfe in Deutschland. 15 bis 20 Tiere haben sich inzwischen in der Oberlausitz angesiedelt, berichtet die Zeitschrift natur+kosmos in ihrer neuesten Ausgabe. Ursprünglich streiften Wölfe durch ganz Europa. Doch in den meisten Regionen wurden die intelligenten Räuber vor mehr als 100 Jahren ausgerottet – in Bayern 1883, in Sachsen 1904. Jahrhunderte galt der Wolf als Inbegriff des Bösen, spätestens seit er Rotkäppchens Großmutter gefressen hat. Er war Bote des Todes, Synonym für Gesetzesbrecher und Mädchenschänder. Dieser schlechte Ruf der Wölfe hielt sich bis weit in die Gegenwart. Heute reagieren die meisten Menschen beim Gedanken an Isegrimm gelassener. „Der Durchschnittswolf hat den Menschen nicht im Beutespektrum“, betont die Wolfsexpertin Gesa Kluth. In den vergangenen 50 Jahren sind in ganz Europa 59 Menschen von Wölfen angegriffen und verletzt worden, acht davon tödlich. Dabei seien jedoch zwei Drittel aller Attacken auf tollwütige Wölfe zurückzuführen. Allerdings darf man die Risiken, die durch den falschen Umgang mit diesen Tieren entstehen können, nicht einfach unter den Teppich kehren. Der Mensch sollte seine Scheu vor Wölfen behalten und sie nicht mit Hunden gleichsetzen. Gleichzeitig sind bei uns die Wölfe auf Unterstützung angewiesen. Denn in zu kleinen oder gerade im Aufbau begriffenen Wolfsrudeln entstehen bedrohliche genetische Engpässe. Der Wildbiologe Ulrich Wotschikowsky fordert für diesen Fall „Einzeltiere gezielt anzusiedeln.” Dann können Wölfinnen einen Wolf zum Partner wählen – und müssen nicht, wie in Sachsen geschehen, auf wildernde Haushunde ausweichen.
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